Das rbb-Inforadio berichtete am 05. Mai über mutmaßliche Manipulationen bei einer Ausschreibung der Berliner Flughafengesellschaft. Nach Recherchen des Senders haben die Berliner Flughäfen die Ausrichtung der für Juni 2012 geplante Eröffnungsveranstaltung des Hauptstadtflughafens BBI und das Marketingkonzept ohne eine vorgeschriebene europaweite Ausschreibung vergeben.
Demnach hätten die Betreiber den Schwellenwert von 387.000 Euro für EU-Ausschreibungen umgangen, indem nur das Veranstaltungskonzept im Wert von 20.000 Euro ausgeschrieben worden sei. Einige Seiten weiter hinten komme in dem Dokument jedoch eine Optionsklausel ins Spiel, die dem beauftragten Unternehmen den Zugriff auf den Gesamtetat von zwei Millionen Euro sichere.
Überraschend ist diese Nachricht im Internet sowohl auf den Homepages von Inforadio als auch RBB jetzt nicht mehr aufrufbar, der Beitrag wurde anscheinend ohne Angabe von Gründen gelöscht. Hier muss klargestellt werden, ob seitens externer Kreisen Druck auf den RBB ausgeübt wurde, kritische Meldungen über das zentrale Prestigeprojekt der Berliner und Brandenburger Landesregierung einzustellen.
Ich finde, die Gremien des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sollten sich dazu äußern.
Weniger überraschend ist, dass die "Berliner Zeitung" die ursprünglichen Vorwürfe mit keinem Wort erwähnte, aber die Gegendarstellung der Flughafengesellschaft breit und lang abdruckt. Wenn bei der BBI-Einführung ein millionenschwerer Marketing- und Presseetat zu vergeben ist, fällt eben auch mehr als genug für die heimischen Redaktionen ab, und das Schaulaufen für die lukrativen Werbeaufträge hat zumindest bei einigen der Lokalmedien schon längst begonnen.
Unabhängig von der Substanz der Vorwürfe. Die Art und Weise, wie hier gegen kritische Medien vorgegangen wird, wirft ein schlechtes Licht auf den BBI und auf den Pressesprecher der Berliner Flughäfen, Ralf Kunkel.


