Klaus Wowereit stellte heute ein neues Berlin-Buch mit dem Titel „Stolz auf Berlin“ vor. Verfasser ist der Unternehmensberater Heino Wiese. Wowereit hat das Vorwort geschrieben und darin Sätze verfasst wie: „Wir Berlinerinnen und Berliner, die wir in der Stadt geboren oder hier aufgewachsen sind – wir können heute alle stolz auf das Erreichte und unsere Stadt sein.“
Hierüber berichtet der Tagesspiegel:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/stolz ... 52928.html
Der Regierende lässt es aber beim bloßen Stolz nicht sein, sondern tritt heftig nach gegen den ehemaligen Deutschland-Korrespondenten der Times, Roger Boyes. Der hatte in einem Kommentar im Berliner Tagesspiegel einige spitze Bemerkungen zu Berlin im allgemeinen, und Klaus Wowereit im speziellen, losgelassen. Mit direkter Anspielung auf das glänzende Essay von Herrn Boyes giftet der Regierende über Menschen, „die diese Stadt nicht verstehen wollen, die Ressentiments pflegen und dann nach jahrzehntelanger Korrespondententätigkeit nach London zurückgehen."
Es ist schon erstaunlich, dass Wowereit mit einer Vokabel wie "Stolz" öffentlich kokettiert, die eigentlich eher in der rechtsextremen Szene angesiedelt ist. Der Begriff "Stolz" assoziiert auch Bezüge in die engstirnige Vorstellungswelt der Unterstützer des Hauptstadtflughafens BBI, die mit ihrem sektenartigen und beinahe schon militant wirkenden Berlin-Chauvinismus die Internet-Foren unsicher machen.
Wer dann Ironie gegenüber der Stadt der Stolzen und ihren Bürgermeister vorbringt wie Herr Boyes, muss da natürlich wie ein Ungläubiger wirken. Nein, Herr Wowereit, auf diese Entgleisung brauchen Sie wirklich nicht stolz zu sein.
Der Verfasser des Buches, Herr Heino Wiese, ist laut Wikipedia Inhaber der Unternehmensberatung Wiese Consult Berlin und hat u.a. den Einstieg des russischen Unternehmers Alexei Mordaschow (Severstal) bei der TUI vermittelt. Hauptgeschäftsfelder von Heino Wieses Unternehmen (http://www.wiese-consult.com) sind Internationale Geschäftsbeziehungen, Health Care, Public Affairs / Politikberatung, Strategieberatung / Krisenmanagement, Events / Kampagnen.
Anlage:
Der Kommentar von Roger Boyes vom 09.07.11
http://www.tagesspiegel.de/meinung/wie- ... 50786.html


