Kein Glücksspiel für Geringverdiener?

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Kein Glücksspiel für Geringverdiener?

Ungelesener Beitragvon Mäxchen » Do 10. Mär 2011, 16:32

Das Landgerichts Köln droht Westlotto eine Geldstrafe von 250.000 Euro an, wenn das Unternehmen wissentlich Sportwetten oder zuviele Rubbellose an Hartz-IV-Empfänger verkauft. Doch das bedeutet kein generelles Glücksspiel-Verbot für Arbeitslose.

WDR.de

http://www.wdr.de/themen/panorama/28/lo ... e=panorama
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Re: Kein Glücksspiel für Geringverdiener?

Ungelesener Beitragvon trilemma » Do 10. Mär 2011, 21:09

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass diese Entscheidung vor einer höheren Instanz Bestand haben kann.

Die Aufgabe lautet Suchtprävention, und nicht etwa Schikanierung der aufgrund ihrer Arbeitssituation ohnehin Benachteiligten.
Es wäre besser, die hohen Herren würden ihre Aufmerksamkeit einmal etwas stärker auf die Produkte der Unternehmensgruppe Gauselmann richten.
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Re: Kein Glücksspiel für Geringverdiener?

Ungelesener Beitragvon krude » Do 10. Mär 2011, 23:42

Na ja, man kann schon sagen, daß die Unterstützung für den Lebensunterhalt sorgen soll. Da gehört ein Glückspiel mit einer extrem unrealistischen Gewinnchance sicherlich nicht zu. Die Empfänger sollen sich mit dem Geld Lebensmittel etc. einkaufen, nicht alles verzocken. Ich denke schon, daß die auszahlende Behörde da ein Wörtchen mitreden kann.
Lieben Gruß,

Stephan

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Re: Kein Glücksspiel für Geringverdiener?

Ungelesener Beitragvon Nesa » Fr 11. Mär 2011, 10:16

Naja krude, aber letztendlich darf ich doch noch alleine entscheiden, wozu ich mein, mir zugeteiltes Geld ausgebe, ob ich dann Kohldampf schieben muss, weil ich mir ein Glückslos kaufe, oder eben nicht, ist dann doch bitte schön meine Angelegenheit. Diese Zwangsverdummung von HartzIV Empfängern ist ja nicht mehr auszuhalten!

Dieses ganze HartzIV Programm ist so schon sehr Behördenwillkürlich und Menschenunwürdig genug, da bedarf es kaum weiterer Sanktionen durch den Staat. Wo kommen wir denn da hin, wenn die jetzt schon vorschreiben dürfen, für was ich das Geld ausgeben darf und was für nicht?

Das Gesamtdenken dahinter ist falsch. Der Bevölkerung wird medienwirksam suggeriert, dass es sich bei HartzIV Empfängern um arbeitsunwillige und ungebildete Menschen handelt, nicht umsonst wurden in den letzten Jahren Begriffe geformt wie "HartzIV TV" womit dann einschlägig verdummende Sendeformate gemeint sind, welche den ganzen Tag im TV laufen. Die ganzen Vorurteile kommen ja nicht von ungefähr und werden m.E. nach, teilweise ganz schön von der Regierung gepusht, eben damit ein Unmut auf diese Sparte entsteht. Dabei vergessen wird aber leider von sehr vielen, dass der HartzIV Empfänger heutzutage auch der hochqualifizierte Akademiker sein kann und leider oftmals auch ist, denn 12 Monate Arbeitslosengeld 1, bei der Wirtschaftslage wie sie hier noch bis vor kurzem herrschte, sind leider nicht viel und ruckzuck sitzt auch der intelligenteste Arbeitnehmer in der HartzIV Falle und dann wird es schwer.

Gesehen werden aber immer nur die achso typischen HartzIV Empfänger, die die nichts gelernt haben oder die ihr Leben nicht mehr im Griff haben. Diese dann als Beispiel für eine ganze Gruppe zu nehmen ist natürlich einfach und medienwirksam (s.Nachmittags-TV).

Leider ist das was nach aussen dringt,an Regeln die man auferlegt bekommt, nur ein Bruchteil dessen, dem man ausgesetzt wird, wenn man in diese Gruppe reinrutscht. HartzIV ist so ziemlich das Unwürdigste was ich in meinem Leben erleben durfte als ich unverschuldet nach einer Trennung mit 2jährigem Kind plötzlich zu diesem Kreis gehörte.Und ganz ehrlich, ich habe mir meine Menschenwürde nur dadurch bewahrt, dass ich mir immer wieder sagte, dass das Geld was ich vom Staat bekomme, also den HartzIV Satz, eben keine Almosen sind, sondern das Geld, das ich jahrelang, bei nie vorhandener Arbeitslosigkeit, mit einem sehr guten Gehalt, dementsprechend hoch in die Arbeitslosenversicherung gesteckt habe.

Jeder der bei HartzIV auch nur im entferntesten mitreden will und damit meine ich besonders unsere Politiker, sollte sich den Alltag eines HartzIV Empfängers mal genauer ansehen und bestenfalls mal mitgelebt haben, ich glaube dann würden einige anders reden und vorallem denken.

Dieses Glücksspielverbot ist doch jetzt wieder nur ein Aufhänger für die, die eh ihr Urteil schon gefällt haben : " Sieste, jetzt muss man denen schon das Glücksspiel verbieten, weil die UNSERE Steuergelder, neben Alkohol, Zigaretten und Flachbildschirmen jetzt auch noch für so einen Mist ausgeben!"

Prima! Damit sind dann wieder sämtliche Klischees bedient !


P.S. Wie soll das denn in Zukunft praktisch aussehen? Muss ich eine Steuererklärung oder Gehaltsabrechnung vorzeigen wenn ich mir da ein Rubbellos kaufen will ? :mrgreen:
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Re: Kein Glücksspiel für Geringverdiener?

Ungelesener Beitragvon albertine » Fr 11. Mär 2011, 12:01

Das sehe ich genauso, dieses Klischee der faulen, verantwortungslosen Unterschicht ist politisch gewollt und soll die Zusammenhänge verschleiern. Günstigerweise stellt das Klischee genau die Realität her, die an der Oberfläche bekämpft werden soll, denn wer ständig mit diesem Bild des faulen Hartz IV Empfängers konfrontiert ist, braucht enorm viel Kraft, ein positives Selbstbild entgegenzusetzen und nicht etwa in eine Abwärtsspirale zu geraten. Die Entmündigung kann eigentlich höchstenfalls noch durch das Verteilen von Lebensmittelmarken getoppt werden, Bildungsgutscheine gibt es ja schon, am Ende wird das sogenannte Prekariat zu einem fast bürgerlichen (glücksspielfreien, nikotinfreien, bierfreien) Lebensstil gezwungen, nur dass eine Winzigkeit fehlt, das bürgerliche Selbstverständnis, die Freiheit...
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Re: Kein Glücksspiel für Geringverdiener?

Ungelesener Beitragvon hope123 » Fr 11. Mär 2011, 12:42

genau dieser Meinung bin ich auch, ich kenne solche und solche HarzIV Empfänger! Der größte Teil davon sind Menschen im mittleren Alter, die sehr sehr gerne arbeiten würden, ich glaube so langsam ist das Maß voll, was erlaubt sich die Regierung und Anhang über andere Menschen ein Urteil zu fällen, die man nicht kennt! Verbote auszusprechen für mündige Bürger???
Das mußte ich jetzt mal loswerden.

nette grüße
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Re: Kein Glücksspiel für Geringverdiener?

Ungelesener Beitragvon trilemma » Fr 11. Mär 2011, 14:55

hope123 hat geschrieben:, was erlaubt sich die Regierung
in dieser Sache war es allerdings nicht die Regierung, sondern ein Landgericht.
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Re: Kein Glücksspiel für Geringverdiener?

Ungelesener Beitragvon Mäxchen » Fr 11. Mär 2011, 15:52

Ich gebe zu bei dem Thema bin ich total Zwiegespalten. Den einerseits bin ich froh das hier in Deutschland keiner verhungern muss, andererseits kenne ich persönlich genug Schmarotzer..wo jeder Cent zuviel ist.
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Re: Kein Glücksspiel für Geringverdiener?

Ungelesener Beitragvon Commander » Fr 11. Mär 2011, 23:01

Hallo

Man muß dann wahrscheinlich die Aktuelle Gehaltsabrechnung, dem Kioskbesitzer seines Vertrauens vorlegen.
Genau genommen
leben sehr wenige Menschen in der Gegenwart
die meisten bereiten sich vor,
demnächst zu leben.
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