Bundestrojaner: DJV sieht Informantenschutz in Gefahr

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Bundestrojaner: DJV sieht Informantenschutz in Gefahr

Ungelesener Beitragvon krude » Mo 10. Okt 2011, 10:16

Bundestrojaner: DJV sieht
Informantenschutz in Gefahr


Berlin, 10.10.2011 - Der Deutsche Journalisten-Verband hat eine lückenlose Aufklärung der Vorgänge um den so genannten Bundestrojaner gefordert. "Wenn es stimmt, dass staatliche Behörden mit Hilfe einer Schnüffelsoftware Computer, E-Mail-Verkehr und Internet-Telefonate ohne richterliche Genehmigung ausspähen können, ist der Informantenschutz in ernster Gefahr", warnte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. "Mit wem Journalisten kommunizieren, wer ihre Quellen sind, geht staatliche Ermittler nichts an", sagte er. Der Bundesinnenminister sei gefordert, die bekannt gewordenen Missstände aufzuklären und unverzüglich abzustellen.

Am Wochenende hatte der Chaos Computer Club die Existenz eines elektronischen Spähprogramms enthüllt, mit dem sich Ermittlungsbehörden Zugang zu Computern verschaffen und Internettelefonate sowie den E-Mail-Verkehr der Betroffenen überwachen können. Das Spähprogramm könne auch von Dritten angewandt werden.

Der DJV-Vorsitzende betonte, dass Journalistinnen und Journalisten in besonderer Verantwortung gegenüber ihren Informanten stünden. "Diese Verantwortung darf nicht durch anonyme Schnüffler in staatlichem Auftrag unterhöhlt werden."
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Re: Bundestrojaner: DJV sieht Informantenschutz in Gefahr

Ungelesener Beitragvon krude » Mo 10. Okt 2011, 11:38

Aus Meedia.de:

Wie gefährlich ist die staatliche Spähsoftware?
Die wichtigsten Antworten zum Staatstrojaner

Seit dem Wochenende ist der Bundestrojaner wieder in aller Munde. Die staatliche Spähsoftware weist laut einer Analyse des Chaos Computer Clubs eklatante Sicherheitslücken auf. Demnach kann die digitale Wanze weitaus mehr als nur "abhören". Rechner können ferngesteuert, Dateien gelöscht werden. Außerdem laufe der Datenverkehr größtenteils unverschlüsselt über US-Server ab. MEEDIA hat die wichtigsten Informationen zusammengetragen und verrät, warum sich Mac-Nutzer keine Sorgen machen müssen und woran Sie merken, dass Ihr Rechner infiziert ist.

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Re: Bundestrojaner: DJV sieht Informantenschutz in Gefahr

Ungelesener Beitragvon Dicky » Mo 10. Okt 2011, 15:24

Der Bundestrojaner sollte helfen Terroranschläge zu verhindern.. Das Bundesverfassungsgericht hat mit seiner jüngsten Entscheidung festgelegt, unter welchen Voraussetzungen der Bundestrojaner eingesetzt werden darf. Das Innenministerium und das BKA sprechen von "fünf bis zehn Einsätzen" von Bundestrojanern pro Jahr. Das ist im Prinzip gut gedacht, nur hat man wohl eine schlechte Version entwickelt und jeder gute Hacker könnte damit sein Unwesen treiben....Wahrscheinlich liegt die nächste „Trojanerversion“ schon irgendwo in den Schubladendes des BKAs oder BNDs, sicher werden wir davor wohl nie sein.

LG
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Re: Bundestrojaner: DJV sieht Informantenschutz in Gefahr

Ungelesener Beitragvon Dicky » Di 11. Okt 2011, 13:38

Schnüffelprogramm: Anti-Viren-Software erkennt den Bundestrojaner

Entwarnung für Anwender: Namhafte Anti-Viren-Hersteller haben auf die Sicherheitsbedrohung durch den Bundestrojaner reagiert und die Signatur des Schädlings in ihre Datenbank aufgenommen
.

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Re: Bundestrojaner: DJV sieht Informantenschutz in Gefahr

Ungelesener Beitragvon Sucher » Di 11. Okt 2011, 22:42

Ich frage mich was diese Aufregung über den BTrojaner soll. Entweder wird er auf den Rechner kommen so wie jeder andere Trojaner auch und dann unterliegt er der Firewall, Vierenscannern, Spyware Suchprogrammen die ihn oder irgendwelche merkwürdigen Aktion melden ...... oder er kommt wie eine Telefonwanze auf den Rechner, indem er von einem "Spion" manuell installiert wird. Also wie im Krimi so mit Ausspähen, Eindringen in den Privatbereich und installieren der Spyware auf dem Zielsystem.
Wenn schon die DLL, gefunden wurde und deren Inhalt und Funktion bekannt ist, dann wird das Ding ungefährlich. Der Hund ohne Zähne! Irgendjemand schreibt bestimmt in den nächsten Tag ein kleines Abwehrprogramm, das vielleicht zyklisch nach den Signaturen dieser Software den Arbeitsspeicher abscannt und bei Befall gleich meldet!
Ein wenig mager dieser Trojaner....oder verschwörungstheoretisch gedacht: Ablenkung von dem richtigen Trojaner?
----- aber nach einiger Zeit ist dann auch dafür eine Lösung gefunden.
Gefährlich für die Informationsfreiheit wird es, wenn die Internetverbindungsdaten mit kopiert werden und zwar nicht am Zielsystem sondern an den Servern. Dann hat man keine Chance das zu merken, außer man bekommt mit mal Besuch und soll unbequeme Fragen beantworten......
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Re: Bundestrojaner: DJV sieht Informantenschutz in Gefahr

Ungelesener Beitragvon schwarzmick » Di 11. Okt 2011, 23:35

Sucher hat geschrieben:Ich frage mich was diese Aufregung über den BTrojaner soll.

Heute Mittag im Radio, WDR2: "Trojaner oder Spartaner...?"

Da musste ich doch lachen!

Gruß, Mick.
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Re: Bundestrojaner: DJV sieht Informantenschutz in Gefahr

Ungelesener Beitragvon krude » Mi 12. Okt 2011, 09:57

Unterrichtung über „Trojaner-Einsatz“ im Innenausschuss

Wegen besonderer Aktualität wird das Ministerium für Inneres und Kommunales in der morgigen Sitzung des Innenausschusses (Donnerstag, 13. Oktober 2011, 15 Uhr in Raum E3 – D01) „anlässlich der Pressemeldungen zum Einsatz von Telekommunikationsüberwachungssoftware“ Bericht erstatten.

Die Vorsitzende des Innenausschusses Monika Düker beabsichtigt, das Thema als Unterrichtung vor Eintritt in die Tagesordnung aufzurufen.
Lieben Gruß,

Stephan

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Re: Bundestrojaner: DJV sieht Informantenschutz in Gefahr

Ungelesener Beitragvon krude » Mi 12. Okt 2011, 17:19

Salzburg, den 12. Oktober 2011
Guten Tag stephan krudewig,
es gibt wieder Neuigkeiten bei Emsisoft, über die Sie dieser Newsletter informiert.
Der Bundestrojaner
Hintergründe und Stellungnahme von Emsisoft
Innenpolitisch ist er Anfang Oktober 2011 das Thema überhaupt in Deutschland: der Bundestrojaner, auch genannt Staatstrojaner oder Bayerntrojaner. Nachdem Teile der staatlichen Spionagesoftware analysiert werden konnten, besteht Grund zur Sorge. Denn neben dem offenbaren Verstoß gegen Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts ist damit zudem die Computersicherheit normaler Bürger gefährdet.
Was ist der Bundestrojaner?
Am 9. November 2006 beschloß der Deutsche Bundestag ein Maßnahmenpaket zur Abwehr neuer terroristischer Gefahren, das "Programm zur Stärkung der Inneren Sicherheit". Teil des Pakets war die Planung technischer Maßnahmen zur Online-Durchsuchung von Computern. Sprich letzten Endes die Möglichkeit einen mit dem Internet verbundenen PC per Software mehr oder weniger unbemerkt zu kontrollieren. Eine Technologie also, die bereits seit vielen Jahren als "Trojanisches Pferd" (kurz "Trojaner") bekannt ist.
Bereits 2006 wurde diese Methode der Online-Durchsuchung aufgrund einer fehlenden klaren juristischen Grundlage stark diskutiert. Immerhin lagern auch private Daten auf heimischen Computern, die somit einen Teil der persönlichen Privatssphäre darstellen. Im Februar 2008 erfolgte dann ein bis heute relevantes Urteil des Bundesverfassungsgerichts, welches für die Online-Durchsuchungen hohe juristische Hürden vorsieht und erstmals ein "Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme". einräumte.
Die Entdeckungen im Oktober 2011 und ihre Konsequenzen
Der Chaos Computer Club (CCC) veröffentlichte am 08. Oktober 2011 die Meldung, dass sie an Teile staatlicher Spionagesoftware gekommen seien und diese analysiert hätten. Das prekäre Ergebnis: Die untersuchten Trojaner können nicht nur höchst intime Daten auslesen, sondern bieten auch eine Fernsteuerungsfunktion zum Nachladen und Ausführen beliebiger weiterer Schadsoftware. Letzten Endes ist damit ein kompletter Fernzugriff auf betroffene Computer möglich samt der Manipulation von Dateien, Aufnahmen von Tastatur, Mikrophon und Kamera und so weiter.
Da Abhöraktionen nur unter sehr strengen Auflagen und Limitierungen möglich sind, liegt damit offenbar ein Verstoß gegen das Verfassungsrecht vor. Dem nicht genug scheint der Bundestrojaner auch noch unsauber programmiert worden zu sein, wodurch eklatante Sicherheitslücken entstanden sind. Diese können theoretisch auch von Dritten ausgenutzt werden, welche somit Zugriff auf infizierte Rechner erhalten würden. Neben der Missachtung persönlicher Rechte besteht somit zusätzlich eine ernsthafte Bedrohung der Computersicherheit betroffener Bürger.
Schutz und Stellungnahme seitens Emsisoft
Auch das Emsisoft Analyseteam hat die Funktionsweise des Bundestrojaners erforscht. Im Grunde handelt es sich dabei um einen konventionellen Trojaner mit dem kleinen Unterschied, dass er diesmal nicht von Cyberkriminellen, sondern staatlicher Seite entwickelt wurde. Die gute Nachricht: somit erkennt die in Emsisoft Anti-Malware sowie Mamutu integrierte Verhaltensanalyse auch den Bundestrojaner und kann Computer effektiv vor einem potenziellen Befall schützen.
Christian Mairoll, Geschäftsführer von Emsisoft: "Unserem Schutz können Sie auch zukünftig vertrauen. Bis dato gibt es kein Gesetz oder Urteil, das Anbieter von Sicherheitssoftware dazu verpflichtet, Online-Durchsuchungs-Software wie den Bundestrojaner von der Erkennung auszuschließen. Sollte es irgendwann einmal zu einem solchen Gesetzbeschluss oder Gerichtsurteil kommen, so werden wir die Nutzer unserer Software umgehend darüber informieren. Bis dahin unterscheidet vor allem das Verhaltensanalyse-Modul nicht zwischen "gutartiger" und bösartiger Malware. So haben Sie als Nutzer immer die Möglichkeit, ein auffälliges Programm sofort zu blockieren."

Wir wünschen Ihnen eine Malware freie Zeit!
Christian Mairoll [Geschäftsführer]
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Re: Bundestrojaner: DJV sieht Informantenschutz in Gefahr

Ungelesener Beitragvon krude » Mi 19. Okt 2011, 12:27

Aus Meedia.de:

Spähsoftware kann auch 64-Bit-Systeme belauschen
Kasperksy stößt auf Bundestrojaner 2.0

Der Staatstrojaner bekommt Geschwister: War die Häme noch groß, als herauskam, dass der vom Innenministerium entworfene Bundestrojaner nur auf der 32-Bit-Version von Windows zum Einsatz kommt, haben die Virenexperten von Kasperky nun eine 64-Bit-Version entdeckt. Das Zertifikat des Trojaners, ein notwendiger Mechanismus für den Einsatz auf 64-Bit-Systemen, ist fingiert. Wie genau sich die Spähsoftware deswegen auf Computern installiert, ist deswegen bislang noch nicht klar.

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