Griechenlandkrise- Papandreou wackelt

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Griechenlandkrise- Papandreou wackelt

Ungelesener Beitragvon MamaHH » Fr 4. Nov 2011, 12:57

Zum Thema Griechenlandkrise fällt mir immer noch diese Szene mit Papandreou ein, wo er vor Monaten erstmalig vor schöner idyllischer Kulisse am Strand, irgendwo in Griechenland, mit Blick aufs Meer und der untergehenden Sonne, der ganzen Welt verkündete, Griechenland sei pleite! Nach einiger Zeit kristallisierte sich heraus, wie pleite das Land ist. Dass darüber hinaus auch beim Eintritt in die Eurozone geschummelt worden war. Seit Wochen müht sich das Krisenmanagement Europas, das richtige Massnahmenpaket zu schnüren um diesem kleinen Land zu helfen. Erst wollte man einem bereits hoffnungslos überschuldeten Land noch mehr Kredite zur Rückzahlung anderer Kredite geben, dann hat man sich wenigstens auf einen Nachlass eines Teils der Schulden geeinigt zzgl. einem Kreditpaket. Und nun das: Papandreou wackelt und fragt seine Nation bzw. per Vertrauensfrage das Parlament noch einmal, ob das, was er für sein Land hart ausgehandelt hat, denn eigentlich vom griechischen Volk getragen wird?

Bereits während der harten Verhandlungen gingen die Griechen beim Thema Sparpaket immer wieder auf die Strasse und protestierten gegen weitere geplante, noch bittere, Sparmassnahmen. Augenblicklich attackiert die Opposition Papandreou und will ihn weghaben. Als Laie verstehe ich das nicht. Da stellt sich jemand für sein Land hin, bittet und fleht um Hilfe und erhält nach zähen Verhandlungen eine Chance um in der Eurozone zu bleiben UND seine Schulden zurückzuzahlen und er soll gehen! Was ist denn die Alternative?

Ist dem griechischen Volk eigentlich bewusst, wie die Situation ist? Was wird Papandreou eigentlich vorgeworfen? Hätte er vorher agieren müssen, also weit bevor das Land so kurz vor der Pleite stand? Trägt man ihm nach, daß es nun sehr spät ist für andere Alternativen und man im Grunde keine Wahl mehr hat? Oder hätte Papandreou wohlmöglich den finanziellen "Schiefstand" seines Landes vertuschen sollen und nicht an die grosse Glocke hängen? Dann hätte man diesen ganzen Ärger wenigstens nicht gehabt? Wenn Papandreou geht, was kann denn ein neuer Ministerpräsident bewirken, was Papandreou nicht konnte? Gibt es eine Erklärung für das was hier passiert? Die Schulden wurden doch über Jahrzehnte -nicht durch Papandreou- angehäuft.

Interessant finde ich einen Kommentar in der Welt zu diesem Hin- und Her um Papandreou:
Ich halte dieses Spiel mit Volksabstimmung und der einen Tag darauf folgenden Absage für ein gigantisches Börsenmanöver. Die Börsenaufsicht sollte mal untersuchen, ob nicht in bestimmten Aktienbereichen (Banken, Versicherungen) überhöhte Käufe/Verkäufe vor der Abstimmungsankündigung getätigt wurden. Ich halte es durchaus für möglich, dass Papandreou und seine Freunde einen solchen Coup durchgezogen haben, um vor dem Rücktritt nochmals richtig abzusahnen. Bei der heutigen Zockermentalität an den Börsen halte ich nichts mehr für unmöglich.

aus http://www.welt.de/politik/ausland/arti ... Krimi.html

Vielleicht geht es den Drahtziehern dieses spannenden Geldkrimis tatsächlich nicht mehr um das Wohl des griechischen Landes? Aber um was geht es? Wie will das Land diese immensen Schulden mit einer schwachen Drachme zurückzahlen, wenn es schon unter dem Euro ächzt? Was passiert hier eigentlich und warum?
MamaHH
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